rmgard Linke vom Freundeskreis Taubertal und Burkhard Knoblach vom Freundeskreis Unterfranken. Foto: Dominik Röding
rmgard Linke vom Freundeskreis Taubertal und Burkhard Knoblach vom Freundeskreis Unterfranken. Foto: Dominik Röding

Echtes Rosenglück: Die Rosenfreunde im Interview

Die Gesellschaft Deutscher Rosenfreunde wendet sich an alle Rosen-Liebhaber. Irmgard Linke vom Freundeskreis Taubertal und Burkhard Knoblach vom Freundeskreis Unterfranken im Gespräch.

Tiepolo: Was sind die Aufgaben der Gesellschaft Deutscher Rosenfreunde?

Wir wenden uns gleichermaßen an Rosen-Einsteiger und an fortgeschrittene Rosenliebhaber als auch an Spezialisten. Bei uns finden Rosenliebhaber aus ganz Deutschland und dem nahen europäischen Ausland ein Forum, in dem man fachliche Informationen, kostenfreie Beratung durch unsere Rosenexperten, Tipps und Hintergrundwissen für sein Rosen-Hobby erhält. Der Verein zählt bundesweit rund 6000 Mitglieder, organisiert in 50 regionalen Freundeskreisen.

Tiepolo: Was fasziniert Sie an der Rose?

Die Rose ist einmalig. Sie ist die Königin der Blumen, um die sich alle anderen Pflanzen wie in einem Hofstaat gruppieren. Ihre Blühdauer ist vom Mai bis hinein in die Frostzeit. Wir zelebrieren die Kultivierung der Rose. Sie ist Dekoration, Heilpflanze, Wirtschaftsgut – und das seit Jahrhunderten. Kaum eine andere Pflanze löst so viele Emotionen bei uns Menschen aus und kaum eine andere Blume ist so gut erforscht wie die Rose.

Tiepolo: Welche Tipps können Sie Rosenneulingen geben?

Rosenneulinge sollten sich vorab gut informieren. Über die Sorten, über den Standort, über die Pflege. Und bitte, kaufen sie Ihre Rosen in der Rosen- oder Baumschule bzw. Gärtnerei ihres Vertrauens, bevorzugt wurzelnackt. Hier erhalten sie gute Qualität und Beratung durch Fachkräfte. Wer auf Nummer sicher gehen will, achtet auf das ADR-Zeichen, es garantiert eine ausgezeichnete Rosenqualität. Immer wieder kommen neue Sorten und Züchtungen auf den Markt. Jedes Jahr sind es rund 20 bis 30 neue Sorten, die auf den Markt kommen. Heute sind  über 30000 verschiedene Sorten bekannt.

Tiepolo: Wie entscheide ich bei dieser Vielzahl, welche Rose die richtige ist?

Schauen Sie auf die Blätter, sie müssen gesund sein. Das Arrangement von Wuchshöhe, Farbe und Blütenform sollte stimmig sein. Ein verführerischer Duft kann die Krönung, sein, muss es aber nicht. Auch ohne Duft gewinnt eine Rose in einem Staudenbeet. Das Angebot ist so groß, dass man mehr Möglichkeiten hat als man jemals nutzen könnte. Rosen spiegeln immer auch Zeitgeist ihrer Epoche wider. Das sieht man sehr schön an der historischen Entwicklung der Rosen. In Deutschland sind aktuell vor allem offenblütige Rosen mit intensivem Duft beliebt.

Tiepolo: Wann erleben Sie die schönsten Rosen-Momente?

Mit der Rose wird es nie langweilig. Man kann sie das ganze Jahr über bei ihrem Wachstum begleiten und im Kleinen den Kreislauf des Lebens erblicken. Wie auch bei einem Wein ist jeder Rosen-Jahrgang anders, die Kunst besteht darin, die Rose trotz aller Widrigkeiten zum Blühen zu bringen. Zugute kommt dem Rosenliebhaber, dass die Rosen allgemein und vor allem die neuen gezüchteten  Rosen sehr widerstandsfähig und wüchsig sind. Der schönste Moment ist, wenn die Blüte im Juni aufgeht. Dann ist die Faszination am größten. Ein ebenso denkwürdiger Moment im Jahr ist es, wenn ich die letzte Rose vom Strauch schneide und in einer Vase ins Haus hole. Dann ist das Rosenjahr vorüber.

Schöne Rosenmomente im eigenen Garten. Foto: Burkhard Knobloch

Schöne Rosenmomente im eigenen Garten. Foto: Burkhard Knobloch

Tiepolo: Welche Sorte ist 2019 die „Rose des Jahres“?

Unsere Mitglieder wählen die Rose des Jahres aus eingereichten Vorschlägen der Rosenzüchter und Vermehrer. Alle Mitglieder sind einmal im Jahr aufgefordert, Vorschläge einzusenden. In diesem Jahr wurde die Rose „Bee Lovely“ zur Gewinnerin gekürt. Sie weist eine einfache Blütenform sowie kleine Blütengröße auf. Im Aufblühen erlangt sie einen leuchtenden kühlen Rotton, der später leicht aufhellt. In der Mitte bringt eine kleine weiße Zone die Farbe besonders zum Strahlen. Der Duft ist leicht. Wie bei Moschata-Rosen üblich erscheinen die Blüten in großen Büscheln. Nicht nur wir Hobbygärtner freuen uns über diesen Blütenreichtum. Auch Bienen werden von der Pflanze magisch angezogen – insofern passt ‚Bee Lovely‘ auch vorzüglich in naturnah angelegte Gärten – und in die gegenwärtige Zeit. Trotz des Hagebuttenansatzes treibt sie im Laufe des Sommers noch weitere Knospen und Blüten. Im Herbst überrascht sie mit roter Laubfärbung.

Rose des Jahres Bee Lovely. Foto: Rosenfreunde

Rose des Jahres Bee Lovely. Foto: Rosenfreunde

Tiepolo: Welche Rolle spielt die Begleitpflanzung?

Sie gibt der Rose den Rahmen und vervollständigt das Kunstwerk. Sinnvoll ist eine gießarme Pflanzung, etwa mit Lavendel, Schleierkraut oder Storchschnabel. Rosen sind Tiefwurzler und holen nach wenigen Jahren ihr Wasser aus der Tiefe. Die Pflanzen sollten keine Konkurrenz zur Rose darstellen, sondern sie harmonisch begleiten. Rosen besitzen nur Pollen. Es ist daher nicht verkehrt, auch Pflanzen zu wählen, die Nektar produzieren. Ob als abwechslungsreicher Mini-Dschungel überspült von Farben, Formen und Aromen oder mit auserwählten wenigen Mehrzweckarten – Begleitpflanzen schaffen das Tableau, auf dem die Rose thront.

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