Esther Knemeyer Pereira leitet die Pressestelle der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Foto: Dominik Röding
Esther Knemeyer Pereira leitet die Pressestelle der Julius-Maximilians-Universität Würzburg. Foto: Dominik Röding

Mein Büro: Presssprecherin Esther Knemeyer Pereira

Esther Knemeyer Pereira leitet die Pressestelle der Julius-Maximilians-Universität Würzburg und wirbt für den hiesigen Forschungsstandort und für mehr Gleichberechtigung.

Vielseitig und spannend

In der Welt unterwegs zu sein und mit Menschen unterschiedlicher Herkunft und Sprachen zusammenzukommen, das hat Esther Knemeyer Pereira schon immer gereizt. In ihrem früheren Berufsleben war sie dann auch tatsächlich viel unterwegs, auch europaweit. Zusätzlich pendelte sie wöchentlich zwischen mehreren Dienststellen in Bayern hin und her. „Das war sehr spannend, aber irgendwann wünschte ich mir einen festen Punkt   – auch wegen meiner Zwillinge, um die sich mein ganzes Leben dreht.“ Da sie selbst an der Julius-Maximilians-Würzburg Jura studiert und ebenso wie ihr Vater, der Professor an der Uni war, einen engen Bezug zur Alma Julia hat, fand sie sofort Gefallen an der Möglichkeit, die Leitung der Pressestelle zu übernehmen. So gab die promovierte Juristin ihren Job in der Privatwirtschaft auf und stellte ihre Fähigkeiten in den Dienst ihrer neuen Arbeitgeberin. Heute arbeitet sie nur noch an einem Ort und kommt doch jeden Tag mit Menschen und Themen unterschiedlicher Herkunft zusammen. „Die Vielseitigkeit macht meinen Beruf so spannend und stellt mein Team und mich täglich vor Herausforderungen.“

Wissenschaft für die Gesellschaft

250 Studiengänge und zehn Fakultäten gibt es an der Universität Würzburg, rund 4300 Menschen arbeiten hier, knapp 29 000 Studenten sind aktuell immatrikuliert. Die Hochschule befindet sich unter den 14 besten deutschen Universitäten und den 200 besten weltweit. Vor allem in Fächern wie Psychologie, Biologie, Chemie, Informatik, Medizin, Pharmazie und Physik genießt sie einen hervorragenden Ruf. „Daraus resultiert eine Fülle an Themen, die wir nach innen und außen kommunizieren müssen.“ Hauptaugenmerk neben der klassischen Öffentlichkeitsarbeit ist die Wissenschaftskommunikation, welche die neusten wissenschaftlichen Erkenntnisse vermitteln muss – und das nicht nur für ein Fachpublikum, sondern verständlich für jedermann. „Unsere Wissenschaft findet nicht im Elfenbeinturm statt, sondern ‚Für die Gesellschaft‘ – so lautet auch das Motto der Universität Würzburg“, erklärt sie ihre Herangehensweise. Denn je höher die Attraktivität und die Reputation der Universität steigt, desto einfacher wird die Suche nach fähigen Köpfen – dem wichtigsten Kapital einer Universität. Einen ennormen Einfluss auf die Arbeit der Pressestelle hat auch der gestiegene Konkurrenzkampf zwischen den Forschungseinrichtungen um Etats, Cluster und Koryphäen. „Wer heute nicht für sich wirbt, fällt zurück. Also werben wir – und das erfolgreich.“

Frauenpower in allen Bereichen

Mit dem Beispiel erfolgreicher Wissenschaftlerinnen und auch persönlich will sie jungen Damen Mut machen, Karriere zu machen. „Leider herrschen für Mann und Frau noch immer nicht die gleichen Bedingungen.“ Dieses Problem können auch politische Vorgaben nur bedingt lösen. „Wir müssen selbst mehr tun.“ Neben ihrer Arbeit engagiert sich die 52-Jährige daher auch beim Zonta Club Würzburg, einem Serviceclub berufstätiger Frauen, der sich dafür einsetzt, die Stellung der Frau in der Gesellschaft zu verbessern. Mit der von der Universitätsfrauenbeauftragten gegründeten Gender Equality Academy gibt es ein weiteres Werkzeug im Unibetrieb, das Frauen auf ihrem Karriereweg unterstützt. „Heute sind mehr als die Hälfte der Studierenden weiblich, doch der Anteil an Frauen, die Professuren bekleiden, liegt gerade einmal bei 22 Prozent.“ Die Mutter neunjähriger Zwillinge weiß selbst, wie viele Hürden man auf dem Karriereweg überspringen muss und wie viel Organisationstalent es vor allem für Frauen bedarf, um Familie und Beruf unter einen Hut zu bringen. „Ich kämpfe dafür, dass es die Generation nach uns leichter hat.“

Zweite Heimat Provence

Auch wenn sie Mainfranken liebt, zieht es sie im Sommer immer wieder mit ihren Kindern in die Provence, die ihr längst zur zweiten Heimat geworden ist. Dort besucht sie ihre Freundin, die sie seit Kindheitstagen kennt, und gemeinsam entspannt man vom Trubel des Alltags. Dort ist für ein paar Wochen alles so, wie es sein soll: dann ist sie in der Welt unterwegs und mit Menschen unterschiedlicher Herkunft und Sprache zusammen.

- ANZEIGE -

AUCH INTERESSANT