Idyllische Reitanlage am Main. Foto: Dominik Röding
Idyllische Reitanlage am Main. Foto: Dominik Röding

Jubiläum hoch zu Pferd: 70. Kiliani-Reit- und Spring­turnier

Pflichttermin für Pferdefreunde: Das 70. Kiliani-Reit- und Spring­turnier bringt hoch­karätigen Pferde-sport aus ganz Süddeutschland nach Würzburg auf eine der schönsten Reitanlagen Frankens.

Reitverein mit Tradition

Reitsport hat in Würzburg eine lange Tradition. Selbst wenn es kein genaues Gründungsdatum gibt, so steht doch fest, dass schon vor 1890 in Würzburg ein Reiterverein existiert haben muss. Bis ins Jahr 1945 gab es drei Reithallen in der Stadt, zwei private Reitschulen und jeden Monat erschien ein Reitblatt mit den neuesten Meldungen aus der Welt des Pferdesports. Einen tiefen Einschnitt in die Reiterei in Würzburg verursachte der alliierte Bombenangriff 1945 mit der völligen Zerstörung der großen Reithalle und den Ställen in der Hofstallstraße, wo unter anderem auch Josef Neckermann trainiert hatte, der sechs Mal Olympiasieger wurde und Gründer der Deutschen Sporthilfe war. Aber schon nach wenigen Jahren war wieder Pferdegetrappel in der Stadt zu hören. Am 7. April 1949 gründete Hans Nußbaumer, ein Pferdenarr und der erste Vorsitzende, den Reitverein neu. Im Juli desselben Jahres wurde das erste Kiliani-Reitturnier veranstaltet, das das gleichnamige Volksfest begleitet und seitdem jedes Jahr ausgerichtet wurde. 1954 konnte der Verein nach provisorischen Unterbringungen eine neue Reithalle in der Mergentheimer Straße beziehen. 1977 entstand dann das Vereinsgebäude mit seinen Stallungen, wie es noch heute existiert.  Vorsitzender des Vereins ist seit 2013 Jochen Klingler, der seit 1968 aktives Mitglied ist. Stellvertreterin an seiner Seite ist Tünde Borsos.

Reitplatz beim Reitverein Würzburg. Foto Dominik Röding

Reitplatz Reitverein Würzburg.

Hochklassige Wettbewerbe

Wenn also das Kilian Reit- und Springturnier in diesem Jahr vom 12. bis 14. Juli stattfindet, freut man sich im Verein auch über das 70-jährige Bestehen dieser einmaligen Veranstaltung. Reiter und Pferde werden von Freitag bis Sonntagabend zum Würzburger Stadtbild gehören, wenn sich die besten Springreiter aus Bayern, Hessen, Baden-Würtemberg treffen.

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Wie hoch die Turniere des Würzburger Reitvereins im Kurs stehen, beweist die Tatsache, dass über mehrere hundert Reiter und Pferde wieder nach Würzburg kommen werden. In hochklassigen Wettbewerben können sie ihr Können zeigen. Mit Prüfungen bis zur schweren Klasse S* bietet das Kiliani-Reitturnier ein Niveau, wie es nur sehr selten in Unterfranken zu finden ist. Und damit auch der Nachwuchs nicht zu kurz kommt, stehen Stilspringprüfungen der Klasse E und A auf dem Programm.

An allen Turniertagen können sich die Besucher auf eine Mischung aus attraktivem Pferdesport und Unterhaltung freuen. Und das Beste: Der Eintritt ist frei!

Hochklassige Wettbewerbe beim 70. Kilian Reit- und Springturnier. Foto: Frank Scheuring

Hochklassige Wettbewerbe beim 70. Kilian Reit- und Springturnier. Foto: Frank Scheuring

Interview: „Wir sorgen für Pferdebegeisterung!“

Vorsitzender Jochen Klingler spricht über die Bedeutung des Vereins für Stadt und Mensch.

Tiepolo: Herr Klingler, welche Bedeutung hat der Reitverein nach 70 Jahren in Würzburg?
Jochen Klingler: Das seit 1949 ausgetragene Kiliani Reit- und Sprigturnier ist bis heute der Höhepunkte im Vereinsjahr und hat in den vergangenen Jahrzehnten dafür gesorgt, das Pferdesport auch in Würzburg immer stärker wahrgenommen wird. Unsere vorbildliche Ausbildung tut ihr Übriges, wie zahlreiche Turniererfolge zeigen. Daraus hat sich eine Pferdebegeisterung entwickelt, die bis heute ungebrochen anhält.

Tiepolo: Was macht den Würzburger Standort so attraktiv?
Jochen Klingler: Schauen Sie sich um, wie idyllisch wir es hier haben. Die Anlage liegt am Main, wir sind umgeben von Natur, genießen die Ruhe und das inmitten der Stadt. Es gibt nur wenige schönere Reitanlagen in Deutschland. Zudem sind wir sind kein abgehobener Verein und haben faire Preise. Daraus resultiert unsere Attraktivität, die zu einer hohen Mitgliederzahl geführt hat und ein lebendiges Vereinsleben fördert.

Vorsitzender des Würzburger Reitvereins Jochen Klingler. Foto: Dominik Röding

Vorsitzender des Würzburger Reitvereins Jochen Klingler. Foto: Dominik Röding

Tiepolo: Wie viele Mitglieder zählt der Verein und wie ist es um den Nachwuchs bestellt?
Jochen Klingler: Rund 280 Mitglieder, davon 170 Kinder und junge Menschen. Die Jugendarbeit war uns im Verein schon immer sehr wichtig. Neben der klassischen, professionellen Ausbildung im Dressur- und Springreiten werden regelmäßige Ausritte angeboten, die die Gemeinschaft fördern.

Tiepolo: Welche Faszination übt das Reiten auf Sie aus?
Jochen Klingler: Wer einmal ein 600 Kilogramm schweres Pferd an den Zügeln hatte und diese ungeheure Kraft spürt, wenn es sich in Bewegung setzt, versteht, warum das Glück der Welt auf dem Rücken der Pferde liegt. Beim Reiten, etwa im Guttenberger Forst, wo ich gerne unterwegs bin, spüre ich Freiheit und bin gut drauf. Wenn ich dann auf weiter Flur dem Pferd freien Lauf lasse, schießen mir automatisch Glücksgefühle durch den Körper.

Tiepolo: Fast so, als ob man in einem schnellen Auto sitzt und los saust.
Jochen Klingler: Ja, aber mit dem feinen Unterschied, dass das Pferd ein Lebewesen und mein Sportkamerad ist, um das ich mich kümmere und das ich pflege. Eine lehrreiche Aufgabe, gerade auch für junge Menschen, die lernen, Verantwortung zu übernehmen und empathisch zu denken. Auch deshalb kann ich nur jedem empfehlen, unsere Schnuppermitgliedschaft in Anspruch zu nehmen und die Freuden des Reitsports kennenzulernen.

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