Sascha Schmitt und Freundin. Foto: Dominik Röding
Sascha Schmitt und Freundin. Foto: Dominik Röding

Mein Garagengold: Der Jaguar-Dompteur

Durch die Hände von Sascha Schmitt aus Waldbüttelbrunn gingen schon viele Oldtimer, die er für Kunden wieder in Stand gesetzt hat oder die er selbst gefahren ist. Von zwei Automobilschätzen mag er sich aber nicht mehr trennen.

Hobby zum Beruf gemacht

Diese zwei Fahrzeuge sieht man nicht alle Tage – und vor allem nicht auf einem Fleck: Ein S. S. 100 und ein Jaguar XK  120 C-Type teilen sich die Aufmerksamkeit beim Treffen auf einer von der Herbstsonne beschienenen Anhöhe hinter Waldbüttelbrunn. Die Leidenschaft des Besitzers Sascha Schmitt und seiner Freundin Jasmin gilt historischen Modellen der britischen Traditionsmarke, aber auch Fahrzeuge anderer Autobauer finden den Weg in die Hobbywerkstatt des Restaurators. Momentan etwa ein italienischer Osca MT4, den er von Grund auf restauriert. Den S. S. 100 hat er vor zwei Jahren erworben, seit Mitte des Jahres ist er stolzer Besitzer des C-Type. Beruflich wie privat dreht sich bei ihm alles um Autos. „Ich habe mein Hobby zum Beruf gemacht.“

Dieses Fahrzeug sieht man nicht alle Tage: Ein S. S. 100. Foto: Dominik Röding

Dieses Fahrzeug sieht man nicht alle Tage: Ein S. S. 100. Foto: Dominik Röding

Große Liebe: Jaguar

Seine Ausbildung hat er beim renommierten Oldtimer-Spezialisten Feierabend in Würzburg absolviert. Dort, und während seiner Weiterbildung an der Fahrzeugakademie in Schweinfurt, hat er die alten Handwerkstechniken erlernt und jede Menge Erfahrungen gesammelt. Eine Zeit lang arbeitete er in England, bald aber zog es ihn zurück in die Heimat. Aufgrund seiner guten Kontakte auf die Insel und seiner Expertise verpflichtete ihn „Jaguar Heritage“, als Kundenberater auf dem europäischen Festland. Unter dem Namen bündelt Jaguar seit 2014 alle Aktivitäten rund um seine historischen Modelle. Vor allem in Deutschland, das nach Großbritannien und den USA der drittgrößte Markt für Jaguar-Oldtimer ist, gibt es viel zu tun. Sascha Schmitt ist dabei das Bindeglied zwischen Autobauer und Autobesitzer. Selbstredend fährt er im Alltag auch Jaguar, hier aber einen S-Type, bei dem er auf modernen Komfort nicht verzichten muss. Indes, sein erster Wagen war ein Lotus Seven, den der Schrauber mit 17 Jahren erwarb und bis zu seiner Führerscheinprüfung auf Vordermann brachte. Auch ein Vierteljahrhundert später ist seine Liebe zu Lotus ungebrochen – Jaguar gilt aber nun seine ganze Aufmerksamkeit. Der schwarze Roadster wurde im Herbst 1935 von „Swallow Sidecars“ (S. S. Cars) als zweisitziger Roadster auf den Markt gebracht und erhielt als erster Wagen den Beinamen „Jaguar“. Nach dem Zweiten Weltkrieg verzichtete man auf den Firmennamen und nannte sich fortan komplett „Jaguar“. Es wurden nur 118 Exemplare des S. S. 100 hergestellt, 1939 kam die Produktion kriegsbedingt zum Erliegen. Mit dem XK 120 wurde knapp zehn Jahre später ein Nachfolge-Roadster angeboten. Dessen Motor war 1951 auch das Herzstück der Modellvariante C-Type, die für den Rennsport entwickelt wurde und Geschichte schrieb. Etwa beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans, wo der Wagen 1951, 1953, 1955, 1956 und 1957 den ersten Platz errang. Auch im Grand Prix Sport, der späteren Formel 1, hatte Jaguar 1952 in Monaco die Pole-Position belegt, leider dann im Rennen gepatzt. 1954 wurde das Modell, vom dem nur 53 Exemplare gebaut wurden, vom D-Type abgelöst.

Auto mit Seltenheitswert: Der Jaguar XK  120 C-Type. Foto: Dominik Röding

Auto mit Seltenheitswert: Der Jaguar XK  120 C-Type. Foto: Dominik Röding

Absoluter Fahrgenuss

Mit dem S.S. 100 und dem C-Type besitzt Sascha Schmitt zwei Autos mit Seltenheitswert. Doch anstatt die Fahrzeuge in der Garage zu schonen und wie in einem Museum verstauben zu lassen, bewegt er sie lieber, so oft es geht. Gerne bei Ausfahrten am Main entlang und auf kurvigen Landstraßen, wo er und seine Freundin den lautstarken Fahrspaß und die Power unter der Motorhaube voll genießen können.

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