Artur Steinmann aus Sommerhausen Präsident des Fränkischen Weinbauverbandes. Foto: Dominik Röding
Artur Steinmann aus Sommerhausen Präsident des Fränkischen Weinbauverbandes. Foto: Dominik Röding

Mein Büro: Das Urgewächs Artur Steinmann

Seit zehn Jahren ist Artur Steinmann aus Sommerhausen Präsident des Fränkischen Weinbauverbandes – ein Amt, das er mit viel Leidenschaft und Verantwortung ausführt.

Gesicht des Frankenweins

Artur Steinmann ist – neben der Fränkischen Weinkönigin – das Gesicht des Frankenweins. Vor zwei Jahren wurde er zum dritten Mal vom Fränkischen Weinbauverband wiedergewählt und für vier weitere Jahre in seinem Amt als Präsident bestätigt. Er hatte keinen Gegenkandidaten und wurde von den Verbandsmitgliedern mit 100 Prozent der Ja-Stimmen bestätigt. Ein echter Vertrauensbeweis und eine eindrucksvolle Würdigung seiner Arbeit. Dieses Ergebnis mutet auch außergewöhnlich an, wenn man den Verband betrachtet, dem rund 400 Weinbaubetriebe und über 3000 Winzer mit ebenso vielen Ansichten und Stimmen angeschlossen sind. Diese zu einen und zu sammeln, fällt Herrn Steinmann augenfällig nicht schwer. „Man muss auf die Meinungen der Winzer hören und man muss die Menschen lieben und bereit sein, etwas für die Gemeinschaft zu tun, dann klappt es auch, Dinge gemeinsam voranzubringen“, sagt er. Methodik in der Auseinandersetzung und Professionalität im Amt sowie Respekt im persönlichen Umgang zählen zu den vornehmsten Tugenden des Winzers. „Ich verstehe mich als Netzwerker zwischen dem Weinbau, der Gesellschaft, der Politik, der Wirtschaft – und den Menschen.“ Diese Fähigkeiten erlernte er bereits im Kindesalter. Aufgewachsen ist er mit fünf Geschwistern. „Da lernt man ganz selbstverständlich, auf Interessensausgleiche hin zu arbeiten“, sagt er und lacht. Frühe Erfahrungen, die ihn geprägt haben und die er heute nutzt.

Problemlöser seit Jahren

Probleme, für die er eine verträgliche Lösung finden muss, gibt es zuhauf: Eine Herausforderung wird die Liberalisierung des Weinmarktes bis 2030 sein. Steinmann kämpft zudem für weniger Bürokratie in der Branche, damit kleine Betriebe nicht überfordert aufgeben. Zu den drei größten Neuerungen während seiner Amtszeit zählt die Einführung des neuen Bocksbeutel PS, die Entwicklung der Dachmarke sowie die Gründung des „Konsortium Franken“ als erster Branchenverband seiner Art in Deutschland. Wohin man in Franken auch schaut: Der Wein ist das Kapital der Region – in wirtschaftlicher, touristischer und kultureller Hinsicht. 25 Jahre harte Arbeit liegen hinter den Winzern, die sich einer strikten Qualitätsoffensive in allen Bereichen verschrieben und sich so ein positives Renommee auf dem deutschen und internationalen Markt erarbeitet haben. Steinmann hat diesen Weg von Beginn an nicht nur begleitet, sondern ihn an vielen Stellen geebnet. Und oft war er dabei mit unterschiedlichsten Problemen konfrontiert.

Bodenständig durch und durch

Was dabei immer gleich blieb: das Frühstück mit Ehefrau Elfriede. „Jeden Tag beginnen wir gemeinsam am Küchentisch, wo wir uns unterhalten und die Zeit genießen. Es ist die einzige Zeit des Tages, zu der ich nicht fremdbestimmt bin.“ Die Hälfte seiner Pflichtaufgaben als Präsident entfällt auf repräsentative Termine, die andere auf Verbandsangelegenheiten, auf die er sich stets penibel und gewissenhaft vorbereitet. Ein weiteres Signum des Sommerhäuser Gewächses: seine Bodenständigkeit. Wenn man einen traditionsreichen Betrieb so wie er führt ist die Familie und die Heimat die Basis für alles. Seit dem Mittelalter lebt die Familie in Sommerhausen, seit drei Generationen im sogenannten Pastorius-Haus im Herzen des Orts. Artur Steinmann wurde in den alten Mauern geboren und ist hier tief verwurzelt wie ein Rebstock im Ölspiel-Boden. Nach seiner Ausbildung zum Braumeister – „eigentlich wollte ich Bierbrauer werden“ – schloss sich die Winzerausbildung an, nach der er das elterliche Weingut übernahm. Seit dieser Zeit ist Steinmann Winzer aus Leidenschaft und auch in zahlreichen Gremien der Branche ehrenamtlich tätig. Um die Zukunft des Hofs macht er sich keine Sorgen. Er hat drei Kinder und zwei Enkelkinder. Dass es weitergeht, dafür sorgt seine Tochter, die längst im Weingut mit entscheidet. Das ist auch notwendig: Für die eigentlich nebenberufliche Arbeit als Weinbaupräsident sei er etwa 180 Stunden im Monat unterwegs, sagt er und fügt lachend hinzu: „Ich sage immer, in meiner Freizeit bin ich Weinbaupräsident“.

- ANZEIGE -

AUCH INTERESSANT