Die Geschwister Kiesel von der Bücherblume Volkach. Foto: Dominik Röding
Die Geschwister Kiesel von der Bücherblume Volkach. Foto: Dominik Röding

Zur Lektüre empfohlen: Spannung & Drama

Die Schwestern Eva und Sabine Kiesel sind Inhaberinnen der „Bücherblume“ in Volkach. Die Buchhandlung bietet ein ausgesuchtes Sortiment an Literatur, im Café kann man bei Kaffee und selbstgemachtem Kuchen eine kleine Lese-Pause einlegen. Auf „Tiepolo“ stellen die beiden regelmäßig Bücher vor, die sie auch ihren Kunden empfehlen.

Evas Empfehlung: Sebastian Fitzek „Der Insasse“

Wer für die kommenden langen Winterabende noch nach dem perfekten Psychothriller sucht, den man nicht mehr aus der Hand legen kann, ist bei dem neuen Roman „Der Insasse“ von Sebastian Fitzek genau richtig! Till Berkhoff, ehemaliger Feuerwehrmann, der wegen seines impulsiven und latent kameradengefährdenden Verhaltens zum Rettungssanitäter in Berlin-Südwest versetzt wurde, hat alles verloren. Vor einem Jahr verschwand sein Sohn Max spurlos, seine Frau und seine Tochter haben ihn verlassen. Till ist getrieben davon, die Wahrheit über das Verschwinden seines Sohnes herauszufinden. In der Psychiatrischen Anstalt, der Steinklinik, sitzt der mehrfache Kindermörder Tramnitz in lebenslanger Sicherungsverwahrung. Die Polizei vermutet, dass auch Max unter seinen Opfern war. Doch der verurteilte Mörder schweigt beharrlich. Als Till Berkhoff vom Gerücht hört, Tramnitz hätte zu jedem seiner Opfer ein Tagebuch verfasst, greift er zum ebenso gefährlichen wie letzten Mittel und lässt sich als V-Patient, als verdeckter Insasse, in die geschlossene Psychiatrie einweisen. Mittels einer anderen Identität versucht er in der Klinik an den Kindermörder heranzukommen und die Wahrheit über das Verschwinden seines Sohnes zu erfahren. Und dafür ist er bereit, wirklich alles auf sich zu nehmen! Dieser Roman bietet Einblicke in die dunklen Seiten der menschlichen Psyche und überrascht mit unvorhergesehenen Wendungen. Ein absoluter Gruselfaktor ist ebenfalls garantiert.

Der Insasse“ von Sebastian Fitzek, erschienen im Verlag Droemer Knaur, 384 Seiten, ISBN  978 34 26 28 15 36, 22,99 Euro.

Sabines Empfehlung: Annette Hess „Deutsches Haus“

Eva Bruhns lebt in den sechziger Jahren in einem gut bürgerlichen Elternhaus in Frankfurt. Die Eltern führen den Gasthof „Deutsches Haus“ und Eva ist gelernte Dolmetscherin für Polnisch. Bei der anstehenden Verlobung mit dem gut situierten Jürgen scheinen alle Ihre Zukunftswünsche in Erfüllung zu gehen. Eines Tages wird sie für eine Übersetzung in die Staatsanwaltschaft beauftragt. Eva ist fassungslos und bestürzt über den Bericht eines Mannes, von Auschwitz hat sie bisher noch nie etwas gehört. Sie erfährt, dass in Frankfurt bald der erste Auschwitz-Prozess beginnt und bewirbt sich für die Stelle als polnische Übersetzerin. Ihre Eltern und auch ihr Verlobter sind entsetzt und gegen ihre Beteiligung am Prozess. Doch sie sagt zu, bei einem Prozess die Zeugenaussagen eines ehemaligen KZ-Häftlings zu übersetzen. Eva beharrt auf ihrer Entscheidung und folgt ihrem Gefühl. Sie nimmt die Herausforderung an, ohne zu ahnen, dass dieser Jahrhundertprozess nicht nur das Land, sondern auch ihr eigenes Leben nachdrücklich verändern wird. Der Autorin Annette Hess, die auch für TV-Serien „Weissensee“ und „Ku‘damm“ verantwortlich zeichnet, ist es gelungen, den Leser in eine Zeit zu versetzen, in der der Aufschwung und Wandel zu spüren ist. Der Krieg scheint schon weit zurück zu liegen – aber auch nur, weil eine Mauer des Schweigens alles verdeckt.

„Deutsches Haus“ von Annette Hess, erschienen im Verlag Ullstein, 368 Seiten, ISBN 978 35 50 05 02 44, 20 Euro.

Mehr unter www.buecherblume.de

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