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Heike Philipp vom Restaurant und Renaissance-Palais "Philipp" in Sommerhausen hat in dem Thema Wein ihre Zukunft und ihre Leidenschaft gefunden. Foto: Melanie Schmidt
Heike Philipp vom Restaurant und Renaissance-Palais "Philipp" in Sommerhausen hat in dem Thema Wein ihre Zukunft und ihre Leidenschaft gefunden. Foto: Melanie Schmidt

Der „Frentsch“: Wiederbelebung einer fränkischen Tradition

Mit ihrem Mann Michael leitet die Diplom-Sommelière Heike Philipp das Restaurant und Renaissance-Palais „Philipp“ in Sommerhausen, das mit einem Michelin-Stern ausgezeichnet zu den renommiertesten Adressen für Feinschmecker in Franken zählt. Und hat sie Weine vorgestellt, die sie auch ihren Gästen ins Glas schenkt.

Der „Frentsch“

Der „Frentsch“ – ein Wort, das aus dem Althochdeutschen stammt und so viel wie „Fränkischer“ bedeutet – galt im Mittelalter als einer der wertvollsten Weine Deutschlands. Er diente in erster Linie als „Zehntwein“ und war für die Adels­familien eine Steuereinnahme. Zur damaligen Zeit gab es nur „Mischsätze“, es wurden also verschiedene Reben gleichzeitig in einem Weinberg nebeneinander gesetzt. Diese Mischsätze wurden eingeteilt in den „Heunischen“ und den bereits erwähnten Frentsch. Während in jenem auch einfache Rebsorten wie Elbling, Vernasch-Trollinger, Gutedel und andere Massenträger stehen durften, waren für den Frentsch nur Edel­reben vorgesehen. Daher wurde er höher geschätzt, weil er kräftiger und besser und deshalb auch hochwertiger war als der einfachere Heunisch.

Mit dem "Frentsch" vom Weingut Störrlein Krenig wird eine fränkische und familieneigene Tradition wiederbelebt. Foto: Dominik Röding

Mit dem „Frentsch“ vom Weingut Störrlein Krenig wird eine fränkische und familieneigene Tradition wiederbelebt. Foto: Dominik Röding

Das Weingut Störrlein Krenig

Winzer Armin Störrlein und sein Schwiegersohn Martin Krenig vom gleichnamigen Weingut in Randers­acker haben die alte Tradition des Frentsch wieder aufleben lassen, die Armin Störrleins Groß­vater bis in die fünfziger Jahre hinein pflegte. Tief verwurzelt ist der Weinbau schon seit Generationen in seiner Familie. Für den Frentsch wurde ein kleiner Museumsweinberg bepflanzt, der zwischen mächtigen Steinriegeln in einem Seitental am Rande eines Naturschutzgebietes in Randersacker liegt. Hier stehen, kunterbunt gemischt, grüner Silvaner, gelber Muskateller, roter Traminer, weißer Riesling und Burgunderreben neben- und durcheinander. Auch bei der Lese werden die Trauben gemischt gelesen und gekeltert.

Unterschiedliche Charaktere

Erst das Zusammenspiel der unterschiedlichen Charaktere jeder einzelnen Rebe ergibt dann das Geschmacksbild des Frentsch. So finden sich in diesem Wein vielschichtige Aromen wie Muskatnoten vom Muskateller, der zarte Duft von Heckenrosen vom Traminer und vom Silvaner grüner Apfel und Nüsse. Das fruchtige Aroma vom Weinbergspfirsich birgt der Riesling. Die Burgunderrebsorten geben dem Wein den Körper und sorgen für das elegante Finale.

Vielseitiger Essensbegleiter

Diesen besonderen Wein mit seinen feinen Fruchtnoten und der gut eingebundenen Säure kann man als vielseitigen Essensbegleiter einsetzen. Der Frentsch wird vor allem zu Vorspeisen oder auch zu feinen Fischgerichten empfohlen.

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