Das Weingut Höflich: Hochmodernes Weingut in vierter Generation. Foto: Dominik Röding
Das Weingut Höflich: Hochmodernes Weingut in vierter Generation. Foto: Dominik Röding

Auf den Spuren des fränkischen Weins

Während im Artikel „Sommelière Heike Philipp über die Grenzen Mainfrankens“ ein Blick auf die nördlichen und östlichen Grenzen der Weinbauregion Franken geworfen wurde, schauen wir uns nun speziell die südlichen und westlichen Grenzposten an. Heike Philipp erzählt, welchen Einfluss hier die Lage auf den Wein hat und mit welchen Speisen dieser idealerweise kombiniert werden kann.

Start: Die Rothenburger Eich im Süden

Die Weine aus der Eich sind sehr begehrt. Der südlichste Weinberg Frankens ist einer der kleinsten und höchstgelegenen Lagen (400 Meter über NN) im Lieblichen Taubertal. 1922 wurde er aufgegeben und verwilderte, ehe er im Jahre 1999 durch die Winzerfamilie Thürauf wieder ins Leben gerufen wurde. Die schweren Böden des Trias prägen den Boden, diese fränkische Erde verschenkt nichts, alles will ihr abgerungen sein.

Die Rothenburger Eich im Süden Mainfrankens. Foto: Peter Frischmuth

Die Rothenburger Eich im Süden Mainfrankens. Foto: Peter Frischmuth

Ideal zu Käse oder Fisch

Der Rothenburger Eich der pilztoleranten Rebsorte Johanniter hat eine goldgelbe Farbe. Sein Duft erinnert an reife, heimische Früchte und er hat eine pflanzlich-gemüsige Note. Am Gaumen präsentiert er sich saftig fruchtig wie reife Birne und gelber Apfel. Die mittlere Säure ist angenehm und der Johanniter ist bestimmt ein wunderbarer Begleiter für eine Vorspeise mit Ziegenfrischkäse oder zu einem kräftigeren Fischgang.

Der 2015er Rothenburger Eich Johanniter Kabinett trocken. Foto:

Der 2015er Rothenburger Eich Johanniter Kabinett trocken. Foto: Dominik Röding

Kulinarischer Genuss in der „Glocke“

Kulinarische Erlebnisse fränkischer Prägung und das Weitertragen der Werte von 1200 Jahren fränkischer Weinkultur, bestimmen das Denken und Handeln von Winzerfamilie Thürauf. Das südlichste Weingut Frankens liegt in der malerischen Altstadt von Rothenburg ob der Tauber. Unverwechselbare Weinpersönlichkeiten entstehen durch den Anbau in Steillagen, eine späte Lese von Hand, den Ausbau in großen Eichholzfässern in tiefen Kellern und durch die rechte Zeit zum Reifen. Am weltberühmten Plönlein findet man das Weingut und Gasthaus „Glocke“, das seit 1227 als Hospital urkundlich nachgewiesen ist. Später wurde hier eine Herberge eingerichtet – die (Spitals-)Glocke ist aber bis heute im Namen erhalten geblieben. In den gemütlichen Stuben kann man die Gewächse von den höchstgelegenen Weinbergen der Tauber genießen. Mehr unter www.glocke-rothenburg.de.

Das Weingut Glocke: Einmalige Weinkultur an weltberühmter Stelle. Foto:

Das Weingut Glocke: Einmalige Weinkultur an weltberühmter Stelle. Foto: Tourismusamt Stadt Rothenburg

40 Hektar Weinanbau

Die Großostheimer Winzer bauen auf fast 40 Hektar in den Lagen Reischklingeberg, Harstell und der Großlage Heiligenthal Wein an. Durch den Buntsandstein mit Lössauflagen ist der Wein säurebetont, das milde Klima macht ihn fruchtig frisch. 35 Hektar werden privat bewirtschaftet, fünf Hektar bewirtschaftet die Genossenschaft Winzergemeinschaft Franken.

Der Großostheimer Reischklingeberg im Westen Mainfrankens. Foto:

Der Großostheimer Reischklingeberg im Westen Mainfrankens. Foto: Dominik Röding.

2018er Grauer Burgunder: Kräftig & nussig

Der auf Lössboden gewachsene Reischklingeberg Grauburgunder hat eine interessante hellrosa Farbe, die von der rötlich gefärbten Beerenhaut der Trauben kommt. Vermutlich ist er kurz auf der Maische gestanden und es konnte etwas Farbe aus der Beerenhaut extrahieren. Seine Duft-Aromen sind noch sehr primärfruchtig und saftig. Der Geschmack ist kräftig und nussig am Gaumen mit vegetativen Anklängen. Er hat eine leichte, nicht unangenehme Bitternote und etwas Salziges. Das ist ein perfekter Begleiter zu kräftigen Wurst und Schinkenspezialitäten oder zu Wildgeflügel.

Hochmodernes Weingut

Im äußersten Nordwesten Frankens, in einem Gebiet, das schon zu Zeiten der Römer für sein außerordentliches Klima und die besten Weinbaulagen berühmt war, liegt das Weingut Höflich – idyllisch inmitten der Weinberge Großostheims. Seit 1928 baut die Familie Höflich hier Wein an und geht bereits in die vierte Generation. Was vor über 90 Jahren mit einem Weinberg und dem Verkauf von Trauben begann, ist heute ein hochmodernes Weingut. Eine perfekte Kombination aus traditionellem, naturnahem Anbau und moderner Verarbeitung. Viele ihrer Weine haben großes Alterungspotenzial, sie werden besser, je länger sie reifen. Die fruchtigen Weißweine werden in Stahltanks ausgebaut und die Rotweine werden in kleinen Eichenholzfässern gelagert. Das verleiht ihnen ihr ganz besonderes Barriquearoma. Mehr unter www.weingut-hoeflich.de.

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