Sommelière Heike Philipp über die Grenzen Weinfrankens. Foto: Restaurant Philipp
Sommelière Heike Philipp über die Grenzen Weinfrankens. Foto: Restaurant Philipp

Sommelière Heike Philipp über die Grenzen Weinfrankens

Die äußersten Weingüter im Osten, Süden, Westen und Norden: Sie bilden die Grenzposten der Weinbauregion Franken. Wir haben Sommelière Heike Philipp zu Winzern am Rande Weinfrankens begleitet und erfahren, welchen Einfluss die Lage auf den Wein hat. Zunächst werfen wir hier einen Blick auf die nördliche und östliche Region.

Herausforderung durch Steillage

Der nördlichste Weinberg Frankens mit südwestlicher Ausrichtung stellt die Winzer mit Steillagen bis 65 Prozent vor echte körperliche Herausforderungen. Der Muschelkalkboden sorgt für einen hohen Mineralgehalt im Wein, das kühle Klima für Spritzigkeit im Glas. Die Ernte erfolgt mittels selektiver Handlese.

Der nördlichste Weinberg Frankens: Der Wirmsthaler Scheinberg. Foto: Horst Bertzky

Der nördlichste Weinberg Frankens: Der Wirmsthaler Scheinberg. Foto: Horst Bertzky

Strahlend & hellgelb

Der strahlend-hellgelbe 2016er Wirmsthaler Scheinberg Silvaner hat einen kräutrig-würzigen Duft und eine leicht rauchige Note. Im Geschmack ist er sehr saftig und etwas salzig. Das ist immer ein Hinweis für Mineralität und spiegelt hier sehr schön das Terroir des Muschelkalks wider. Die erfrischend wirkende und gut eingebundene Säure unterstützt seine Lebhaftigkeit. Diesen Silvaner würde Heike Philipp zu Spargel-Salat mit Lachs einsetzen.

Teamwork bei Familie Six

Auf drei Hektar Fläche, die Oliver und Daniel Six in Wirmsthal bewirtschaften, wachsen Silvaner, Bacchus, Müller-Thurgau, Domina und Pinot Meunier. Die sorgfältige Arbeit im Weinberg ist für den Weinbautechniker Oliver Six Grundvoraussetzung für die Erzeugung bestmöglicher Qualität. Nach seiner Ausbildung zum staatlich geprüften Techniker für Weinbau und Kellerwirtschaft erweiterte er sein Fachwissen in Südtirol. Dort vertiefte er die Kenntnisse über die Bereitung von Rotwein und den optimalen Einsatz von Holzfässern. Wichtig ist ihm ein längeres Hefelager, welches den Weinen Harmonie und Langlebigkeit verleihen soll. Unterstützt wird der sympathische Winzer im Weinberg durch seine Familie und ein kompetentes Team. Der Familienbetrieb ist Mitglied der „ETHOS“-Gruppe, welche sich dem nachhaltigem Weinbau verschrieben hat. Mehr unter www.six-wein.de.

Weinbau Six: In diesem jungen Weingut geht es steil bergauf! Foto:

Weinbau Six: In diesem jungen Weingut geht es steil bergauf! Foto: Weinbau Six

Weinberg wegen Landesgartenschau

Für die Landesgartenschau 2012 in Bamberg wurde an die Bamberger Weinbautradition aus dem elften Jahrhundert angeknüpft und so wurde 2009 zu Füßen des ehemaligen Klosters Michelsberg ein Weinberg angelegt. Die Weine, ausnahmslos vom Silvaner, werden heute unter dem Namen „Bamberger Stiftsgarten“ vertrieben. Der sandige Boden speichert kaum Feuchtigkeit.

Der Bamberger Michelsberg. Foto: Hajo Dietz

Der Bamberger Michelsberg. Foto: Hajo Dietz

Frisch & fruchtig: Silvaner vom Michaelsberg

Der jugendlich-trockene Michaelsberg Silvaner aus Bamberg präsentiert sich in strahlendem Hellgelb mit grünlichen Reflexen. Sein ausgeprägtes Fruchtaroma erinnert an reifen, saftigen Pfirsich und an Passionsfrucht. Die exotische Frucht ist auch am Gaumen präsent und wirkt auf den Trinkfluss animierend. Dieser Wein ist für Frau Philipp der ideale Begleiter zu einer frisch-fruchtigen Vorspeise wie Thunfisch-Sashimi mit Papaya und Salz-Zitrone.

Frisch und fruchtig: Der 2018er Bamberger Michelsberg Silvaner trocken. Foto:

Frisch und fruchtig: Der 2018er Bamberger Michelsberg Silvaner trocken. Foto: Dominik Röding

Herzhafte Brotzeit beim Weingut Bauerschmitt

Hinter dem Domstadt-Wein steckt das Weingut Bauerschmitt aus Zeil am Main. Nachdem klar wurde, dass die Landesgartenschau in Bamberg ihre Türen öffnen würde, wurde der alte Weinberg wieder belebt und Martin Bauerschmitt erhielt den Auftrag, den Weinberg zu kultivieren. Der Winzer und Weinbauingenieur führt das Weingut, das sein Vater 2003 gründete, seit sechs Jahren. Zweieinhalb Hektar bewirtschaftet er als Einzelkämpfer mit viel Aufwand, um „gute und bodenständige“ Weine zu erzeugen.

Weingut Bauerschmitt: Hier macht der Chef noch alles persönlich. Foto:

Weingut Bauerschmitt: Hier macht der Chef noch alles persönlich. Foto: Weingut Bauerschmitt

Bei der Lese in Bamberg helfen die Einwohner gerne mit, schließlich ist man hier stolz auf den Stadtwein. Auf dem Weingut kann man den Wein auch verkosten. Die fränkische Heckenwirtschaft am Fuße der Reblage Ziegelangerer Ölschnabel lädt mit herzhafter Brotzeit und eigenen Weinen zum Verweilen ein. Mehr unter www.weingut-bauerschmitt.de.

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