Daniel Staffen-Quandt zeigt, wie man Brotzeit für den Nachwuchs schmackhaft macht. Foto: Claudius Verlag
Daniel Staffen-Quandt zeigt, wie man Brotzeit für den Nachwuchs schmackhaft macht. Foto: Claudius Verlag

Papa macht Abendbrot: Mit Essen darf man spielen

Vater und Autor Daniel Staffen-Quandt zeigt, wie man Brotzeit für den Nachwuchs schmackhaft macht.

Tiepolo: Herr Quandt, wenn Sie Essen für Ihre Kinder zubereiten, wird es bunt und fantasievoll. Schmeckt Essen besser, wenn man es schön anrichtet?
Daniel-Staffen Quandt: Nicht nur das. Essen sollte ein Genuss für alle Sinne sein und nicht nur reine Nahrungsaufnahme. Ich habe auch kein Problem, damit, wenn meine Kinder mit dem Essen spielen, solange es nicht in einer Küchenschlacht endet (lacht).

Tiepolo: Aus einem einfachen Wurstbrot wird bei Ihnen ein Dinosaurier, ein Flugzeug oder eine Blumenwiese. Warum?
Daniel-Staffen Quandt: Seit ich Abendbrote als kleine Kunstwerke anrichte und mir eine Geschichte dazu ausdenke, wird bei uns zu Hause nicht mehr über die vermeintlich falsche Wurst diskutiert, sondern allenfalls, ob als Autorad nicht doch besser eine Scheibe Ei als die Tomate passt. Meine vier Kinder haben Spaß am Essen – und probieren dadurch auch Lebensmittel, die sie vielleicht sonst nicht in den Mund nehmen würden. Man weiß ja inzwischen, dass man seine Essensvorlieben ein Leben lang behält. Da möchte ich nicht, dass die Kinder nur Süßes oder Deftiges mögen.

Tiepolo: Früher hieß es: „Gegessen wird, was auf den Tisch kommt.“
Daniel-Staffen Quandt: Ja, und „Mit Essen spielt man nicht“. Diese Einstellung finde ich antiquiert. Ich weiß noch, wie ich als Kind selbst bei einem Freund zu Tisch saß, an dem beim Essen nicht geredet werden durfte. Das fand ich ganz furchtbar. Je stärker das Essen mit Verboten belegt ist, desto schwieriger wird es, sich aufs Essen einzulassen.

Tiepolo: Woher holen Sie sich Ihre Inspiration?
Daniel-Staffen Quandt: Oft gibt das Brot die Form vor. Man muss nur mit offenen Augen in den Kühlschrank schauen. Vor allem aber muss man kein Koch, Gesundheitsexperte oder Ernährungsberater sein, um besondere Gerichte zu zaubern und Geschichten darum zu erfinden.

Tiepolo: Eine klassische Rezeptesammlung ist Ihr Buch aber nicht.
Daniel-Staffen Quandt: Nein, es soll zum Appetit und zum Unterhalten anregen. Zu jedem Tellerbild gibt es eine kleine Geschichte, die bestens geeignet ist zum Vorlesen. Mein Buch ist eine Aufforderung an Eltern undihre Kinder, dem Essen wieder mehr Wertschätzung entgegen zu bringen.

Buchtipp:

„#papamachtabendbrot“ von Daniel Staffen-Quandt, erschienen im Verlag Claudius, 120 Seiten, Hardcover, ISBN 978-3-532-62491-3. Auf der Internetseite www.papamachtabendbrot.de veröffentlicht der Würzburger Autor und vierfache Familienvater regelmäßig neue Tellerbilder.

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