Nicht nur edle Brände verkosten, sondern Brennern bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen: Das ist in den Herbstmonaten bei vielen fränkischen Brennereien möglich. Foto: David Ebener
Nicht nur edle Brände verkosten, sondern Brennern bei ihrer Arbeit über die Schulter schauen: Das ist in den Herbstmonaten bei vielen fränkischen Brennereien möglich. Foto: David Ebener

Ein Blick hinter die Kulissen fränkischer Brennereien

Echte Handwerkskunst: In den Herbstmonaten öffnen Brennereien an mehreren Orten in Franken ihre Türen und lassen sich bei ihrer Arbeit über die Schultern schauen. Wir geben hier einen Überblick, wo man einen Blick hinter die Kulissen auf keinen Fall verpassen sollte.

Tag der offenen Brennereien

Die Landschaft rund um den markanten Tafelberg „Walberla“ ist geprägt durch den Obstbau, vorwiegend Kirschen und Zwetschgen. Jedes Jahr, am dritten Sonntag im Oktober, veranstalten die dort ansässigen Schnapsbrenner den „Tag der offenen Brennereien“ – in diesem Jahr am 20. Oktober. Von 11 bis 17 Uhr können 13 Destillen besucht werden, wo Gäste dazu eingeladen werden, „Geistvolles“ zu erkunden. Neben Verkostungen der Erzeugnisse gibt es auch jede Menge Informationen. Hierzu gehören sowohl das Einmaischen als auch das Schaubrennen in allen Brennereien, Obstsortenausstellungen, das Pressen von Apfelsaft, Führungen durch die Obstanlagen und Kutschfahrten. Zu den Bränden werden verschiedene fränkische Spezialitäten gereicht.

Rund um den markanten Tafelberg "Walberla" können am "Tag der offenen Brennereien" am 20. Oktober 13 Destillen besucht werden. Foto: Johannes Haas

Rund um den markanten Tafelberg „Walberla“ können am „Tag der offenen Brennereien“ am 20. Oktober 13 Destillen besucht werden. Foto: Johannes Haas

Der Kahlgrund brennt

Schon vor über zehn Jahren haben die Kahlgründer Brenner die Philosophie der „neuen Brennkultur“ entdeckt. Hier im Kahlgrund, der sich um das Tal der Kahl von der Quelle im Spessart bis zur Mündung in den Main erstreckt, legt man größten Wert auf frisches, gesundes und sauberes Obst mit einem ausgereiften Aroma. Schonendes Vergären und kunstvolles Destillieren ergeben konzentrierte Aromen und besten Geschmack. Am Sonntag, 27. Oktober, gewähren zwölf Brennereien wieder Einblicke in die Kunst ihrer Destillation.

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Die Besucher können den Brennern über die Schulter schauen und die Edelbrände verkosten und erwerben. Auch werden Köstlichkeiten aus regionaler Küche und ein buntes Familienprogramm angeboten.

Am 27. Oktober im Kahlgrund Einblicke in die Kunst der Destillation bekommen. Foto: Kahlgrundbrenner

Am 27. Oktober im Kahlgrund Einblicke in die Kunst der Destillation bekommen. Foto: Kahlgrundbrenner

Tage der edlen Brände

In Wartmannsroth ist das Destillieren von Obst und Getreide seit Jahrhunderten eine bäuerliche Tradition. Mit 82 Brennrechten hat der Ort wohl die höchste Brennereidichte in ganz Bayern. Am Wochenende des 19. und 20. Oktobers laden die dortigen Brenner zu den „Tagen der edlen Brände“ und zeigen ihr ganzes Können. Für ein breites Publikum öffnen sie ihre Türen und lassen sich beim Destillieren zuschauen. Dabei ist das Besondere, dass die einzelnen Brennereien unterschiedliche Produktschwerpunkte haben. Einige haben sich auf den in Wartmannsroth entwickelten Rhöner Whisky spezialisiert, andere haben ihren Schwerpunkt auf dem Obst- oder den Getreidebrand, wiederum andere auf Barklassiker wie Gin und Wodka. Mehr unter www.brennerweg.de.

Das Destillieren von Obst und Getreide - in Wartmannsroth seit Jahrhunderten eine bäuerliche Tradition. Foto: Der Brennerweg

Das Destillieren von Obst und Getreide – in Wartmannsroth seit Jahrhunderten eine bäuerliche Tradition. Foto: Der Brennerweg

Beckstein brennt

Seit 2005 veranstalten die Becksteiner Brenner mit ihren Badischen Brennerkollegen zusammen die offizielle Brennsaisoneröffnung des Badischen Brennerverbandes in der Region Tauber-Neckar. „Beckstein brennt“ hat sich in den letzten Jahren weit über die Stadt und Ländergrenzen hinaus einen Namen gemacht und zieht Jahr für Jahr über 10.000 Besucher an. In diesem Jahr findet die Veranstaltung am 27. Oktober nun zum 13. Mal statt. Los geht es um 11 Uhr mit den Böllerschüssen der  „Historischen Schützengilde Königshofen“. Danach öffnen die Brennereien ihre Türen und erläutern die Herstellung von Edelbränden mit Destillatverkostung. Zu gewinnen gibt es auch etwas: Beim Brenner-Quiz muss anhand von Riechproben das richtige Destillat erkannt werden.

"Beckstein brennt" zieht Jahr für Jahr über 10.000 Besucher an. Foto: Weinort Beckstein

„Beckstein brennt“ zieht Jahr für Jahr über 10.000 Besucher an. Foto: Weinort Beckstein

Messe „desta“ in Volkach

Die alle zwei Jahre in Volkach stattfindende Messe „desta“ präsentiert alles rund um die Erzeugung und den Genuss edler Brände. Oberstes Ziel ist es, einen ausgezeichneten Querschnitt durch fränkische Obstgärten bieten zu können. Die Messe richtet sich an Fachbesucher und Endverbraucher zugleich. Rund 50 Aussteller präsentieren in der Mainschleifenhalle am Wochenende des 9. und 10. Novembers die vielfältige Welt der Destillate. Das Spektrum umfasst feine Spirituosen wie Schnäpse, Liköre und Weine. Darüber hinaus erfährt man, wie edle Obstbrände mit verschiedenen Dingen, beispielsweise mit Kaffee, Zigarre, Confiserie oder einem Cocktail, kombiniert werden können. Destillatfreunde dürfen sich auf viele kulinarische Reisen freuen.

Die "desta" holt im November über 50 Brenner, Genusshandwerker und Fachfirmen an die Mainschleife. Foto: Peter Pfannes

Die „desta“ holt im November über 50 Brenner, Genusshandwerker und Fachfirmen an die Mainschleife. Foto: Peter Pfannes

In der Messehalle gibt es aber nicht nur Destillate zu verkosten, sondern auch viele Kombinationsmöglichkeiten zu entdecken: Wurst-, Käse- und Schokolade-Verkostungen im Duett mit Bränden, Geistern und Likören sind nur einige Stil- und Geschmackserlebnisse. Wer möchte, kann nach Herzenslust einkaufen oder an einer Vielzahl von Workshops teilnehmen. Ein attraktives Rahmenprogramm rund um das Brennen, Rechtsvorschriften und Fördermöglichkeiten ergänzt die desta-Messe in Volkach. Mehr unter www.volkach.de.

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