Der Sternekoch Bernhard Reiser setzt sich für das perfekte Pausenbrot ein. Foto: Daniel Biscan
Der Sternekoch Bernhard Reiser setzt sich für das perfekte Pausenbrot ein. Foto: Daniel Biscan

Das perfekte Pausenbrot: Selbstgemacht und abwechslungsreich

Der Würzburger Sternekoch Bernhard Reiser erklärt, was in die Brotdose gehört, damit Kids fit und gesund durch den Tag kommen. Wie man für mehr Abwechslung und Spaß zwischen den Brotscheiben sorgt, erklärt der Sternekoch im Interview.

Bessere Motivation

Tiepolo: Wieso bringen Kinder oft ihr Pausenbrot wieder mit nach Hause?
Bernhard Reiser: Weil es nicht gut gemacht ist! Dieses Thema wird vollkommen stiefmütterlich behandelt. Auch seitens der Schulen. Lehrer sollten sich ihrer Verantwortung bewusst sein: Essen ist das Wichtigste für den Menschen. Die Kinder hätten eine ganz andere Motivation, wenn die Pausenbrote auch einmal im Unterricht zum Thema gemacht würden – dann hätte die Industrie mit ihren zuckrigen Pausensnacks viel weniger Zuspruch.

Tiepolo: Wie macht man Kindern eine abwechslungsreiche Ernährung schmackhaft?
Bernhard Reiser: Das geht am besten spielerisch. Ich hatte in meiner Kochschule mit Kindern noch nie Probleme. Aber ich respektiere auch, wenn jemand etwas nicht will.

Tiepolo: Grundsätzlich: Wie sieht ein gesundes Pausenbrot für Kinder aus?
Bernhard Reiser: Es gibt keine Pauschalen, aber es sollte selbstgemacht, abwechslungsreich und originell verpackt sein.

Gesunde Ernährung von klein auf

Tiepolo: Gibt es ein Zeitfenster, das man bei Kindern nutzen sollte, um den Geschmack zu bilden?
Bernhard Reiser: Die ersten fünf Jahre sind prägend. Das ist vergleichbar mit dem Spracherwerb: Man kann auch später noch andere Sprachen lernen, aber je früher man damit anfängt, umso leichter fällt es den Kindern. Je mehr Geschmäcker in den ersten Jahren probiert werden dürfen, umso leichter tut sich das Kind in seiner kulinarischen Zukunft.

Tiepolo: Woran liegt es, dass sich viele Kinder ungesund ernähren?
Bernhard Reiser: Das liegt vor allem an den Eltern! Aber auch die Schulen schaffen hier leider keine Möglichkeiten für eine ausgewogene Ernährung. Durch den Automatenverkauf von Getränken, Süßigkeiten und Milchshakes haben die Kinder gar keine Chance, etwas anderes zu sich zu nehmen. Wir haben keine gute Bildung in diesem Bereich: Wir brauchen wieder die Ernährungslehre von klein auf.

Spielerisch die abwechslungsreiche Ernährung schmackhaft machen. Foto: Kerstin Böhning

Spielerisch die abwechslungsreiche Ernährung schmackhaft machen. Foto: Kerstin Böhning

No-Gos in der Brotdose

Tiepolo: Was sollte man seinem Kind denn auf keinen Fall in die Brotdose geben?
Bernhard Reiser: Zu süße oder zu salzige Sachen sind nicht gut. Und wenn Sie mich fragen: keine Industrieprodukte – und schon gar nicht für die ganz Kleinen!

Tiepolo: Warum ist das selbst gemachte Pausenbrot besser als Automatensnacks?
Bernhard Reiser: Mit einem selbstgemachten Pausenbrot ist man selbstbestimmt. Sie entscheiden, wo Sie Ihre Zutaten einkaufen, ob Bio, regional oder nicht. Wo kommt es her? Ich habe die Wahl. Am Kiosk kann ich nicht wählen. Und teurer ist es auch.

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