Peter Buchenau. Foto: Peter Buchenau
Peter Buchenau. Foto: Peter Buchenau

Chefsache: Im digitalen Zeitalter mit Persönlichkeit überzeugen

Warum es im digitalen Zeitalter wichtig ist, mit Persönlichkeit zu überzeugen, erklärt „Chefsache“-Ratgeber Peter Buchenau.

Was ist Menschlichkeit?

Paul steht am Fenster. Er sehnt sich inniglich danach, seine Kinder öfters zu sehen. Tränen kullern über sein Gesicht. Seine Kinder besuchen ihn kaum, sie haben gute Jobs in der digitalisierten Welt. Es klopft an der Tür. Erna, seine Pflegekraft kommt in den Raum. Sie stellt ihm das Essen auf den Tisch, schenkt ihm den Tee nach, gibt ihm seine Medikamente. Danach verlässt Erna stillschweigend den Raum. Seine Tränen hat Erna nicht bemerkt. Denn Erna ist krank. Erna leidet unter humaner Inkompetenz. Sie ist ein Roboter, es fehlt ihr an Menschlichkeit. Bislang nur eine Zukunftsvision, die aber eine Frage aufwirft: Was ist Menschlichkeit? Laut Wikipedia das, „was Menschen von Tieren unterscheidet“.

Verbindung der digitalen & humanen Welt

„Menschlichkeit 4.0“ bedeutet eine sinnvolle Verbindung der digitalen und humanen Welt. Um diesen Schritt gehen zu können, müssen Führungskräfte und Mitarbeiter sich verändern. Sie müssen zur Marke „Ich“, zur Persönlichkeit werden. In einer Studie der Universität Oxford kommen die Ökonomen Carl Frey und Michael Osborne zu dem Schluss, dass bis 2030 rund 47 Prozent aller Arbeitsplätze in den USA der Automatisierung zum Opfer fallen. Ganz oben auf der Liste stehen Beschäftige in den Bereichen Finanzen, Verwaltung, Logistik, Spedition und Produktion. Gemäß einer Studie der ING-Diba sind in Deutschland sogar 59 Prozent aller Arbeitsplätze gefährdet und könnten von Robotern ersetzt werden.

Manche Regeln reduzieren die Kreativität

Jeder Mensch wird mit einer eigenen Persönlichkeit geboren aber bereits am Tag nach der Geburt beginnt die Menschheit damit, die Persönlichkeit des Babys abzutrainieren. Ein Junge trägt Blau, ein Mädchen Rosa. Dieser Trend setzt sich in Kita, Schule und Hochschule fort. Überall wird das Gleiche gelehrt, somit hat jeder den gleichen Wissensstand, ist vergleichbar, ist austauschbar. Diese Regeln engen uns ein, reduzieren unsere Freiheit, unsere Kreativität und hindern uns an unserer persönlichen Entwicklung.

Zauberwort: „Humane Führungsintelligenz“

Wer im digitalen Zeitalter überleben will, darf nicht vergleichbar sein. Chefs haben es künftig in der Hand, Mensch und Roboter zu integrieren, das Zusammenspiel dieser Parallelwelten zu ermöglichen. „Humane Führungsintelligenz“ heißt das Zauberwort. Wie kommen Chefs dahin? Am einfachsten mit der „Performer“-Methode. PERFORMER ist ein Akronym und steht für „Purpose, Empowerment, Relationship, Flexibility, Optimism, Respect, Magnetism, Energy und Repetition“. Helfen Sie als Chef mit, dass Wiki umgeschrieben wird und Menschlichkeit ab sofort definiert wird als das, „was Menschen von Tieren und Robotern unterscheidet“.

Herzlichst, Ihr Peter Buchenau

Zur Person: Peter Buchenau

Er ist Herausgeber der „Chefsache“-Ratgeber und zählt zu den gefragt­esten Beratern und
Unternehmen-Coaches im deutschsprachigen Raum. Seit über 25 Jahren ist er als Dozent und Redner
mit den Schwerpunkten Führung, Vertrieb sowie Krisenmanagement international tätig. Mehr
Informationen unter www.peterbuchenau.de

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