Bildstock aus Gerolzhofen (links) und Randersacker (rechts). Fotos: Dominik Röding
Bildstock aus Gerolzhofen (links) und Randersacker (rechts). Fotos: Dominik Röding

Typisch fränkisch: Zahlen & Fakten zu Frankens Bildstöcken

Bildstöcke oder „Marterl“ prägen die fränkische Flur und legen Zeugnis ab von Frömmigkeit und Dankbarkeit.

Zahlen

2,40 Meter hoch ist der älteste Bildstock Unterfrankens (im Bild rechts). Er wurde 1390 aus Sandstein gehauen und in der Randersackerer Weinbergslage „Pfülben“ errichtet. Der Monolith, der die Kreuzigung Jesu zeigt, wird im Volksmund auch „Ohnmacht Mariens“ genannt. Das Original steht heute im Steinhauermuseum in Randersacker und ist aufgrund widriger Umwelteinflüsse bis zur Unkenntlichkeit verwittert. Das zweite Bild zeigt den Müller-Bildstock an der Waage in Gerolzhofen.

600 Flurdenkmale und sonstige Objekte aus der Region sind im Fränkischen Bildstockzentrum in Egenhausen erfasst, das sich der Forschung und dem Erhalt der fränkischen Bildstöcke widmet. Die Datenbank wird ständig erweitert.

2 Theorien zur Herkunft des Wortes „Marterl“ gibt es: Einst zierte die Heilige Martha, die Schwester von Lazarus, jedes Marterl mit ihrem Bild. Andere Überlieferungen besagen, dass der Name vom lateinischen „martyrus“ (Martyrer) stammt. Dies kann man auch an den Abbildungen von meist gemarterten Heiligen erkennen.

20,5 Kilometer lang ist der Fränkische Bildstockweg. Die Tour beginnt in Egenhausen am Fränkischen Bildstockzentrum und führt durch die Wernecker Flur über fruchtbares Gäuland an den Main nach Bergrheinfeld und wieder zurück zum Bildstockzentrum. Entlang des Weges gibt es 45 Bildstöcke zu sehen, 25 weitere bei ergänzenden Ortsspaziergängen.

Zeitleiste

1350: Im 14. Jahrhundert entstehen die ersten Bildstöcke. Der älteste fränkische Bildstock wird 1350 in Naisa bei
Bamberg aufgestellt.

1600: Zur Zeit der Gegenreformation werden die Steinsäulen zum Kennzeichen katholischer Herrschaftsgebiete. Zahlreiche Gläubige stiften Bildstöcke und bezeugen ihren Glauben.

1800: Die meisten Bildstöcke entstehen im Barockzeitalter, mit der Aufklärung im 18. Jahrhundert verschwindet diese Tradition, ehe sie gegen Ende des 19. Jahrhunderts wieder einsetzt – bis heute sind Bildstocksetzungen Brauch in Franken.

2010: Das Fränkische Bildstockzentrum in Egenhausen wird eröffnet und zeigt die Kulturgeschichte der Bildstöcke.

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